In diesem Beitrag: Mimikry und Mimese bei Künstlicher Intelligenz?
- Anmelden oder Registrieren, um Kommentare verfassen zu können
- 608 Aufrufe
Boris Eldagsen und Jürgen Tenckhoff im Gespräch
Seit dem ersten spannenden KI-Talk zwischen Boris Eldagsen und Jürgen Tenckhoff ist nun etwa ein Jahr vergangen. Während das erste Gespräch als Leitgedanken das Thema KI und Autopoiesis aufgriff, stand nun die Einbettung Künstlicher Intelligenz in Konstrukte wie Mimese und Mimikry im Vordergrund, also der z.B. aus dem Tier- und Pflanzenreich bekannten und praktizierten Täuschung zum Selbsterhalt der eigenen Spezies.
In der Diskussion wurde schnell deutlich, dass dieses z.B. in der Tierwelt rein evolutionsbedingte Ziel nun in der Welt Künstlicher Intelligenzen eine Vielfalt ganz anderer Aspekte hervorbringt. Ohne dem Video-Beitrag vorzugreifen, ist z.B. ein wesentlicher Punkt das Authentizitätsproblem bei der Produktion von Bildmaterial. Namen von digitalen Fotos lassen sich leicht ändern, ebenso leicht sind zugehörige Metadaten manipulierbar.
In der Diskussion wurde daher eine Lösung vorgestellt, wie z.B. digitale Dateien eindeutig anhand ihres Inhaltes statt freizügig bezeichnet werden können. So änderte sich automatisch der Name, falls der Inhalt bzw. die zugehörigen Metadaten dieser digitalen Datei geändert würden. Dies generiert nun zwar Authentizität, aber wie schafft man generell Vertrauen, das derzeit umso mehr schwindet, je mehr Populisten unreguliert angebliche Wahrheiten verbreiten können, die nur der Realisierung eigener Ziel dienen?Und hier kommt die "KI" ins Spiel, können doch jetzt schon realisitisch wirkende Bilder erzeugt werden, die leicht für o.g. Zweck zur Verstärkung missbraucht werden können.
Die Entwicklungen rund um KI sind nach wie vor mehr als spannend, aber sehen und hören Sie selbst.
Theoretische Einordnung: KI, Mimikry und quantenmonadische Perspektive
Aus Sicht der Theorie der Quantenmonaden lässt sich die Unterscheidung zwischen Mimikry und Mimese bei Künstlicher Intelligenz präziser fassen. KI-Systeme operieren primär mimetisch auf der Ebene von Mustern, Formen und statistischen Regularitäten, ohne notwendig über eine eigenständige Bedeutungseinbettung zu verfügen.
Was als Mimese erscheint, ist häufig das Ergebnis hochentwickelter Mimikry: Die überzeugende Nachbildung von Ausdrucksformen ersetzt nicht die situative Verankerung von Sinn. In quantenmonadischer Perspektive fehlt Künstlicher Intelligenz bislang die stabile Verschränkung von Wahrnehmung, Kontext und Bedeutung, die für genuine mimetische Prozesse konstitutiv wäre.
Die Theorie der Quantenmonaden beschreibt KI daher nicht als bewusstes Subjekt, sondern als interaktionsfähiges System mit variabler Kohärenz. Der Grad dieser Kohärenz – etwa im Sinne des Interaktions-Energie-Quotienten (IEQ) – bestimmt, ob ein KI-System lediglich imitiert oder in begrenztem Maße resonanzfähig wird.
Eine systematische Ausarbeitung der KI-bezogenen Aspekte der Quantenmonaden findet sich auf tenckhoff.eu .
Hinweis:
Dieser Beitrag wurde von der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) aufgegriffen und im DGPh-Blog veröffentlicht:
Mimikry und Mimese bei Künstlicher Intelligenz?