Die eigene WEB3-Site im InterPlanetary File System (IPFS)

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Kontinent oder Ozean

Eine eigene "Internet"-Seite, die weder gehackt bzw. zerstört und auch nicht von Regimen geblockt werden kann? Die zudem kaum Kosten verursacht, geht so etwas überhaupt?

Wovon man im WEB2, unserem gewohnten Internet, nur träumen kann, ist im InterPlanetary File System (IPFS) des WEB3 schon längst State of the Art. Und das IPFS ist völlig neu konstruiert und nicht etwa ein Internet mit ein paar Verbesserungen. Ein paar Vergleiche sollen dies verdeutlichen:

Das WEB2 hat sich über lange Zeit zu dem heutigen zentralen Netzwerk entwickelt, das zwar vielen Bedürfnissen gerecht wird, aber auch zunehmend Schwächen zeigt. Statische Internetseiten, die mit HTML-Kenntnissen erstellt werden, verschwinden zugunsten von dynamischen Präsenzen mithife komplexer CMS (Content-Management-System), die mit ihren Effekten und Funktionen die Aufmerksamkeit von Besuchern besser erlangen und fesseln können. 

Zum Vergleich, die ersten Internetseiten, die ich erstellt habe, bestanden aus vielleicht 10 Dateien. Das Fotoarchiv Tenckhoff wird aktuell mit dem CMS Drupal im Internet präsentiert und umfasst derzeit 74660 Dateien, die zentral auf einem Server gehostet und unter einer festen IP-Adresse erreichbar sind. Auch wenn das professionelle Drupal CMS zu den sichersten Systemen gehört, ist die Zentralisierung eine Schwachstelle, wie ca. 100 Angriffe pro Tag auf meinen Server aus verschiedenen Ländern der Welt zeigen, und das Fotoarchiv Tenckhoff ist natürlich von geringerer Bedeutung, als z.B. die Firmenseiten großen Unternehmen und Institutionen. Zudem haben Regime in der Welt leichtes Spiel, die zentralen Internetseiten unbequemer Bürger oder ganzer Länder zu sperren usw.

Das Web3 und IPFS: Dezentralisierung als Evolution des Internets

Das Web3, das auf dem InterPlanetary File System (IPFS) basiert, bietet eine revolutionäre Lösung für eines der größten Probleme des aktuellen Web2: die zentrale Speicherung von Daten.

Während herkömmliche Webseiten auf einem einzigen Server oder einer Cloud-Plattform gehostet werden, setzt das IPFS auf ein verteiltes Netzwerk von Nodes (Knotenpunkten). Jede Datei, die in das IPFS hochgeladen wird, wird dabei auf viele dieser Nodes repliziert. Sollte eine Node ausfallen – sei es durch einen Hackerangriff, einen Serverausfall oder eine Netzsperre – bleibt die Datei dennoch über andere Nodes abrufbar.

Dieses Konzept basiert auf einer mathematischen Struktur namens Merkle-Tree, einer kryptografischen Methode zur eindeutigen Identifizierung von Dateien und ihrer Inhalte. Anstelle von klassischen URLs mit Dateinamen basiert die Adressierung im IPFS auf eindeutigen Hash-Werten, die aus dem exakten Inhalt einer Datei berechnet werden.

Ein einfaches Beispiel:

  • Wenn eine Datei auch nur minimal verändert wird, ändert sich ihr Hash-Wert vollständig.
  • Dadurch ist es nahezu unmöglich, eine Datei im Nachhinein unbemerkt zu manipulieren – ein großer Vorteil in puncto Sicherheit.

Webseiten im Web3 – Sicher, Unveränderlich und Unzensierbar

Da sich im IPFS HTML- und CSS-Dateien genauso speichern lassen wie Bilder, Videos und Skripte, können Webseiten vollständig dezentral betrieben werden.

Vorteile gegenüber klassischem Hosting:

Kein zentraler Server notwendig – Eine Web3-Seite wird auf vielen Nodes gespeichert.
Unabhängig von Regierungen oder Unternehmen – Kein Hoster kann eine Seite einfach sperren.
Manipulationssicherheit – Inhalte sind durch ihre kryptografischen Hashes gesichert.

Ein Beispiel für eine einfache Web3-Seite:

  • Sie enthält HTML- und CSS-Dateien, ein Favicon und einige Bilder.
  • Diese Dateien werden in einen IPFS-Ordner geladen und erhalten dort eindeutige Hashes.
  • Um die Website aufzurufen, nutzt man ihre IPFS-Adresse, die wie folgt aussieht:

👉 https://ipfs.io/ipfs/QmexsSbrW4PxV4Vp2W55Zq1dZCvtgPNArYe2hTLYYqwZ6c/

Allerdings gibt es dabei eine Herausforderung: Sobald eine Datei geändert oder eine neue Datei hinzugefügt wird, ändert sich auch der Hash-Wert des Ordners. Dadurch wäre die Seite unter einer neuen, unbekannten Adresse abrufbar, was im Web nicht praktikabel ist.


IPNS: Die Lösung für dynamische Inhalte

Um dieses Problem zu lösen, gibt es im Web3 das InterPlanetary Name System (IPNS) – ein dezentrales Pendant zum klassischen Domain Name System (DNS).

  • Eine IPNS-Adresse bleibt stabil, auch wenn sich der Inhalt der Webseite ändert.
  • Sie zeigt immer auf die aktuellste Version des Inhalts.
  • Ein Beispiel für eine IPNS-Adresse ist:

👉 https://ipfs.io/ipns/k2k4r8nhjfot9nkidj6vdj09lvv2y47t1bzoyr83vybhg2fl2okw2205/

Da sich diese Zeichenkette jedoch schwer merken lässt, kann man sie mit einer Web2-Domain oder Subdomain verbinden:

🔹 https://web3.tenckhoff.de leitet auf die IPNS-Adresse weiter.


ENS: Ein benutzerfreundlicher Name für das Web3

Eine noch elegantere Lösung ist das Ethereum Name Service (ENS). Ähnlich wie klassische Domains (z. B. tenckhoff.de) kann man hier eine .eth-Domain registrieren, etwa:

👉 tenckhoff.eth

Diese kann direkt mit einer IPFS-Website verknüpft werden, sodass Nutzer keine langen Hash-Adressen eingeben müssen.


IPFS: Das Fundament für NFTs und digitale Unsterblichkeit

Das IPFS wird bereits intensiv genutzt, unter anderem für Non-Fungible Tokens (NFTs). Viele NFT-Plattformen speichern nicht nur die Token, sondern auch deren Bilder und Metadaten auf IPFS, um die Dezentralität zu gewährleisten.

Auch Projekte wie dezentrale Wikipedia-Kopien, die in repressiven Regimen unzensiert zugänglich bleiben, nutzen IPFS aktiv.

Zukunftsperspektive

Aktuell eignet sich das Web3 vor allem für statische Webseiten, dezentrale Apps (dApps) und NFT-Speicherlösungen. Doch die Technologie entwickelt sich rasant weiter.

Zur Erinnerung: In den 80er Jahren war das BTX-System der Deutschen Bundespost der erste Einstieg ins digitale Zeitalter – mit ASCII-Grafiken und 1200 Bit/s Downloadgeschwindigkeit. Heute ist das Internet millionenfach schneller und leistungsfähiger.

Wenn man sich die mathematischen Prinzipien hinter IPFS ansieht, wird klar:
💡 Das Web3 ist erst der Anfang. In den kommenden Jahren könnten völlig neue digitale Konzepte entstehen, die klassische Webseiten und Cloud-Dienste revolutionieren.


Fazit: Warum IPFS das Internet grundlegend verändert

🌍 IPFS ermöglicht ein dezentrales, sicheres und unzensierbares Internet.
🔗 ENS erleichtert die Nutzung durch lesbare Adressen wie tenckhoff.eth.
🛡️ Manipulationssicherheit schützt Daten vor Hackerangriffen.
Die Zukunft von Web3 wird spannend – und IPFS spielt eine Schlüsselrolle.

🚀 Wer seine Inhalte heute schon für die Zukunft sichern will, kommt um IPFS kaum herum.

Bild 1: Das World Wide IPFS
Bild 2: Künstliche Intelligenzen mögen das IPFS, das InterPlanetary File System

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